Was ist Kompost – und was nicht?
Kompost entsteht, wenn Mikroorganismen geeignete organische Stoffe unter kontrollierten Bedingungen mit Sauerstoff abbauen. Das Ergebnis ist ein Bodenverbesserer, kein gewöhnlicher Abfallhaufen. Faulende Küchenreste in einem nassen, luftdichten Eimer sind noch kein fertiger Kompost. Reifer Kompost ist meist dunkel, krümelig und riecht erdig.
Kompostieren ersetzt nicht die Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Planen Sie Einkäufe, lagern Sie Lebensmittel richtig und verwerten Sie essbare Reste. In den Kompost gehören vor allem unvermeidbare, nicht essbare organische Reste. Weitere Hinweise bietet unser Ratgeber gegen Lebensmittelverschwendung.
Braunes, Grünes, Wasser und Luft
Für die aerobe Kompostierung braucht es stickstoffreiches Grünmaterial wie Gemüseschalen, Kaffeesatz und frischen Rasenschnitt, kohlenstoffreiches Braunmaterial wie trockenes Laub und unbeschichtete Kartonstücke sowie Feuchtigkeit und Sauerstoff. Die US-Umweltbehörde EPA empfiehlt als Ausgangspunkt ungefähr zwei bis drei Volumenteile Braunmaterial auf einen Teil Grünmaterial. Das ist eine Faustregel, kein für jede Mischung exakter Messwert.
Die Mischung sollte sich etwa wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlen: feucht, aber nicht tropfnass. Gelegentliches vorsichtiges Umsetzen und lockere Schichten verbessern die Belüftung. Kleine Stücke verrotten oft schneller, eine zu starke Verdichtung behindert jedoch die Luftzufuhr.
Was darf in den Heimkompost?
Geeignet sind unter anderem rohe Obst- und Gemüsereste, zerkleinerte Eierschalen, Kaffeesatz mit Papierfilter, trockenes Laub und klein gerissene, unbeschichtete Kartons ohne Klebeband. Bei Teebeuteln sollte geprüft werden, ob sie Kunststoff oder Metallklammern enthalten.
In einen üblichen Heimkompost gehören kein Fleisch, Fisch, keine Knochen, Milchprodukte, Fette, Haustierkot, kranke Pflanzen, behandeltes Holz oder beschichtetes Glanzpapier. Solche Stoffe können Gerüche, Schädlinge, Schadstoffe oder Krankheitserreger begünstigen. Die Aufschrift „kompostierbar“ auf Verpackungen bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie im Gartenkompost zerfallen. Kommunale Bioabfallsammlungen können andere Annahmeregeln haben.
In sieben Schritten anfangen
1. Informieren Sie sich über die örtliche Bioabfallsammlung. 2. Wählen Sie einen belüfteten, vor Regen und Nagern geschützten Behälter. 3. Legen Sie trockenes Laub oder zerrissenen Karton auf den Boden. 4. Geben Sie kleine Mengen geeigneter Küchenreste hinzu. 5. Decken Sie diese mit Braunmaterial ab. 6. Prüfen Sie regelmäßig Feuchtigkeit und Luftzufuhr. 7. Lassen Sie einen Teil des Behälters ohne neue Zugaben nachreifen.
Ein voller Behälter enthält nicht automatisch fertigen Kompost. Je nach Temperatur, Materialgröße und Pflege kann die Reifung mehrere Monate dauern. Unfertiges Material sollte nicht in großen Mengen an empfindliche Jungpflanzen gelangen.
Gerüche, Fruchtfliegen und Nässe vermeiden
Fauliger Geruch: Die Mischung ist möglicherweise zu nass oder schlecht belüftet; lockern Sie sie und geben Sie trockenes Material dazu. Fruchtfliegen: Decken Sie frische Schalen ab und kontrollieren Sie den Deckel. Langsame Zersetzung: Trockenheit, Kälte oder große Stücke können Ursachen sein. Nager: Verzichten Sie auf Fleisch und Milchprodukte und sichern Sie den Behälter.
Gerade in Innenräumen sind Hygiene, Schutz vor auslaufender Flüssigkeit und ausreichende Luftzufuhr wichtig. Waschen Sie nach dem Umgang mit Kompost die Hände und vermeiden Sie, staubiges oder verschimmeltes Material aus nächster Nähe einzuatmen. Bei Atemwegsempfindlichkeit ist besondere Vorsicht angebracht.
Möglichkeiten für Wohnungen und Schulen
Ohne Garten kommt eventuell Wurmkompostierung infrage. Dafür benötigt man geeignete Kompostwürmer und einen sorgfältig betriebenen Behälter; beliebige Regenwürmer aus dem Garten sind nicht automatisch geeignet. Gemeinschaftsgärten oder kommunale Sammelstellen sind weitere Alternativen. Geräte, die Küchenreste nur zerkleinern und trocknen, erzeugen für sich genommen noch keinen reifen Kompost.
Schulen können vier Wochen lang unvermeidbare Reste wiegen und Materialmischung, Feuchtigkeit und Geruch dokumentieren. Essbare Lebensmittel sollten nicht eigens für ein Experiment weggeworfen werden. Da die Reifung länger dauern kann, steht die Beobachtung des Prozesses im Mittelpunkt – nicht das Versprechen, nach vier Wochen fertigen Kompost zu haben.
Reifen Kompost erkennen und verwenden
Reifer Kompost ist meist dunkel, locker und riecht nach Erde. Im Garten kann er unter die Erde gemischt oder dünn aufgetragen werden, um Bodenstruktur und Wasserspeicherung zu verbessern. Als alleinige Topferde ist er nicht für jede Pflanze geeignet. Bei starkem Geruch oder noch deutlich erkennbaren Küchenresten sollte er weiter reifen.
Klimawirkungen nicht übertreiben: Eine sachgerechte Behandlung organischer Abfälle kann Methanbildung bei sauerstoffarmer Entsorgung verringern. Das tatsächliche Ergebnis hängt jedoch von Sammlung, Transport und Behandlung ab. Pauschale CO₂-Einsparungen pro Komposteimer ohne Berechnung sind irreführend.
Quellen und Geltungsbereich
Allgemeine Bildungsinformationen zur aeroben Kompostierung im Haushalt. Industrielle Verfahren und örtliche Annahmeregeln können abweichen.